Kernlochdurchmesser
Der Kernlochdurchmesser ist der Bohrungsdurchmesser vor dem Gewindeschneiden; bei metrischem Schneidgewinde liegt er nahe bei Nenndurchmesser minus Steigung.
Der Kernlochdurchmesser bestimmt, wie viel Material der Gewindebohrer oder Gewindeformer noch für das Innengewinde bearbeiten muss. Ist das Loch zu klein, steigt die Werkzeuglast. Ist es zu groß, trägt das Gewinde weniger.
Für metrische Regelgewinde beim Schneiden nutzt der Gewinde-Kernloch-Rechner die Beziehung D - P: Nenndurchmesser minus Gewindesteigung. Bei M8 ergibt das 6,75 mm; als bevorzugter Bohrer ist im Referenzdatenbestand 6,80 mm hinterlegt.
Beim Gewindefurchen ist das Kernloch größer, weil der Werkstoff verdrängt und nicht zerspant wird. Der aktuelle Draft kennzeichnet diesen Wert als Hersteller-/Praxiswert. Für Fertigungszeichnungen, Sondergewinde und andere Toleranzfelder bleibt die Zeichnung beziehungsweise die gültige Norm verbindlich.
Die FAQ Kernloch beim Schneiden oder Furchen: Was ist anders? erklärt den Unterschied der beiden Verfahren knapp. Warum einzelne Online-Tabellen abweichende Werte nennen können, zeigt die FAQ Warum liefern manche Online-Tabellen abweichende Kernlochwerte? am belegten M12-Fall.
Ausführlicher erklärt der Ratgeber Kernlochdurchmesser für Gewinde richtig wählen den Unterschied zwischen Formelwert, Bohrerwert, D1 und 6H-Einordnung. Die Tabelle Kernlochdurchmesser-Tabelle: metrische ISO-Regelgewinde zeigt die belegten Werte für M3 bis M24; Zoll- und Rohrgewinde sind bewusst nicht Teil dieses MVP.
Quellen
ISO 68-1 — Metrisches ISO-Gewinde allgemeiner Anwendung, Grundprofil
DIN 13-1:1999-11 — Metrisches ISO-Gewinde allgemeiner Anwendung, Nennmaße für Regelgewinde