Wann brauche ich eine Spiel-, Übergangs- oder Presspassung?
Eine Spielpassung brauchst du, wenn sich Welle und Bohrung sicher fügen und gegeneinander bewegen oder leicht demontieren lassen sollen. Eine Übergangspassung passt, wenn die Teile genau zentrieren sollen und je nach Istmaß leichtes Spiel oder leichtes Übermaß entstehen darf. Eine Presspassung ist für feste Sitze gedacht.
Die Passungsart wird nicht geraten, sondern aus den Grenzmaßen abgeleitet:
Welle immer kleiner als Bohrung -> Spielpassung
Welle immer groesser als Bohrung -> Presspassung
Vorzeichen wechselt -> Uebergangspassung
Typische Werkstattlogik: Eine Spielpassung ist plausibel für Führungen, Lagerstellen mit Beweglichkeit oder Bauteile, die ohne Kraft gefügt werden sollen. Eine Übergangspassung hilft bei Zentrierungen, Passstiften oder Sitzen, bei denen die Lage wichtig ist, aber kein sicherer Festsitz garantiert werden soll. Eine Presspassung wird gewählt, wenn das Fügen selbst den Halt erzeugen soll.
Diese Beispiele ersetzen keine Zeichnung. Oberfläche, Werkstoff, Temperatur, Beschichtung, Montageverfahren und Funktion können die Auswahl ändern. Der Passungsrechner zeigt deshalb Mindest- und Höchstspiel beziehungsweise Übermaß. Der Ratgeber ISO-286-Toleranzfelder und Passungen verstehen erklärt, wie Bohrungs- und Wellen-Toleranzfelder daraus eine Passungsart bilden.
Einordnung
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